Auf der Bürgerveranstaltung der Stadt: Warum unsere Wohngebiete nicht als Vorranggebiet ausgewiesen sind

Einladung zur Veranstaltung

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Am Mittwochabend, den 27. Mai 2026, hat die Stadt Eschborn im Bürgerzentrum die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung (KWP) öffentlich vorgestellt. Eine gut besuchte, professionell organisierte Veranstaltung mit Erster Stadträtin , dem Wärmeplanungsexperten von der HORIZONTE-Group und Fachleuten unter anderem von der Syna. Wir waren persönlich dabei.

Die Botschaft des Abends

Eschborn könnte fast seinen gesamten Wärmebedarf perspektivisch klimaneutral decken. Die Rechenzentren in der Stadt und im benachbarten Frankfurt-Sossenheim produzieren mehr Abwärme, als alle Eschborner Haushalte und Betriebe pro Jahr verbrauchen. In Zahlen: 166,6 Gigawattstunden Abwärme stehen einem prognostizierten Gesamtbedarf von 182 Gigawattstunden im Jahr 2045 gegenüber. Die KWP hat das Potenzial dokumentiert. Die Technik ist da. Die Wirtschaftlichkeit ist gegeben.

Unsere zentrale Frage

Warum dann werden weite Teile der Wohngebiete in Eschborn und Niederhöchstadt in der aktuellen Wärmeplanung nicht als Wärmenetz-Vorranggebiet ausgewiesen?

Wir haben diese Frage dem Referenten und Autor der Wärmeplanung direkt gestellt. Die Antwort war ehrlich und nachvollziehbar: Es liegt nicht an der Wirtschaftlichkeit. Es liegt nicht an der Technik. Es liegt an den begrenzten personellen Kapazitäten in der Verwaltung. Die Stadt entwickelt das Wärmenetz schrittweise, beginnend mit den Gewerbegebieten und der Innenstadt. Für die parallele Erschließung weiterer Wohngebiete reicht die Kapazität derzeit nicht.

Was diese Antwort bedeutet

Im Klartext: Unsere Wohngebiete fehlen in der aktuellen Wärmeplanung nicht, weil die Wärme nicht da wäre – sondern weil die Verwaltung sie zeitlich nicht überall gleichzeitig planen kann. Das ist verständlich, hat aber Folgen für jeden, der in den kommenden Jahren über seine Heizung entscheidet.

Hinzu kommt ein zweites Argument, das auf der Veranstaltung der Syna-Experte offen ansprach: Die überregionale Stromversorgung könnte in den kommenden Wintern nicht ausreichen, um den gleichzeitigen Bedarf von E-Mobilität, Rechenzentren und tausenden neuer Wärmepumpen zu decken. Bei Lastspitzen werden Wärmepumpen und Wallboxen auf 4,8 Kilowatt gedrosselt. Für die Beheizung eines durchschnittlichen Reihenhauses im Winter reicht das nicht aus.

Eine flächendeckende Versorgung mit dezentralen Wärmepumpen ist also nicht nur eine Komfort-, sondern auch eine technische Frage. Ein Abwärmenetz benötigt deutlich weniger Strom als dezentrale Wärmepumpen

Die Einladung der Stadt

Am Ende des Abends gab es eine sehr klare Empfehlung – sowohl vom Referenten als auch von der Ersten Stadträtin:

Wenn Bürgerinnen und Bürger eines Quartiers ihr Interesse an einem Anschluss zeigen und sich zusammenschließen, kann das bei der Fortschreibung der Wärmeplanung in fünf Jahren dazu führen, dass diese Gebiete dann als Vorranggebiete eingestuft werden.

Mit anderen Worten: Die Stadt lädt die Bürgerschaft ausdrücklich ein, aktiv zu werden – nicht, um sie unter Druck zu setzen, sondern um ihr eine belastbare Datengrundlage für die nächste Planungsrunde zu liefern.

Warum es uns gibt

Genau hier setzt EsNihö an. Wir sind eine Bürger-Arbeitsgruppe aus Eschborn und Niederhöchstadt, die der Verwaltung Vorarbeit abnimmt. Wir sammeln strukturiert Anschluss-Interessen, dokumentieren sie und legen sie der Stadt rechtzeitig zur Fortschreibung der Wärmeplanung vor. Wir folgen damit dem ausdrücklichen Hinweis der Ersten Stadträtin und des Autor und Wärmeplanungsexperten vom 27. Mai 2026.

Wir wollen kein Abwärmenetz für die Wohngebiete erzwingen. Wir wollen der Verwaltung die Arbeit erleichtern, damit sie es bei der nächsten Planungsrunde 2030 ausweisen kann.

Was Sie tun können

Wenn auch Sie in Eschborn oder Niederhöchstadt wohnen und sich vorstellen können, Ihr Gebäude bei verfügbarem Abwärmenetz anzuschließen: Bekunden Sie Ihr Interesse über unser kurzes Online-Formular. Das ist unverbindlich, kostenlos und dauert zwei Minuten. Jede einzelne Bekundung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Quartier 2030 als Wärmenetz-Vorranggebiet eingestuft wird.